Autor

Darya Maroz

Kategorie

Insights

27. Mai 2026

allO sichert sich 14 Mio. US-Dollar Series-A-Finanzierung unter der Führung von Zigg Capital, um das erste KI-native Betriebssystem für Restaurants zu skalieren

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allO sichert sich 14 Mio. US-Dollar Series-A-Finanzierung unter der Führung von Zigg Capital, um das erste KI-native Betriebssystem für Restaurants zu skalieren.

Das Münchner Unternehmen allO startet heute seinen Reservierungs- und Bestell-Agenten, den ersten von mehr als zehn digitalen Mitarbeitenden, die in den kommenden 12 bis 18 Monaten eingeführt werden sollen.

MÜNCHEN, Deutschland – Mai 2026 – allO, das KI-native Betriebssystem für Restaurants, gibt heute den Abschluss einer Series-A-Finanzierungsrunde über 14 Millionen US-Dollar bekannt. Die Runde wird von Zigg Capital angeführt, mit Beteiligung der neuen Investoren LifeX Ventures, Aperture und Wecken & Cie. sowie der bestehenden Investoren 20VC, die bereits die Seed-Runde 2024 angeführt hatten, und Keen Venture Partners, die allO erstmals in der Pre-Seed-Phase unterstützt haben und ihr Investment nun in drei aufeinanderfolgenden Runden ausgebaut haben.

Zu den Angel-Investoren gehören Fabian Siegel (Mitgründer von Marley Spoon), Mark Ransford (Fintech-Investor und Unterstützer von Flatpay, Payhawk, Zego und Wayflyer) sowie Ludwig Fuchs (Gründer von Realtime Technology AG, die er auf über 750 Mitarbeitende skalierte und an die Börse brachte). Neu im Board und Advisory Board sind Elizabeth Chrystal (Principal bei Zigg Capital, ehemalige CFO von Momofuku), Cornelius Everke (ehemals Management bei Starbucks, Vapiano und Burger King Deutschland) sowie Matt Baumgartner (ehemaliger Product Director bei Toast).

allO wurde Ende 2020 von Cancan Liu, Teodor Rupi und Benedikt v. Lewinski gegründet und startete während der Pandemie zunächst als Scan-to-Order-Lösung. Schnell erkannten die Gründer jedoch, dass das eigentliche Problem nicht die Bestellung selbst war, sondern die zugrunde liegende Technologie-Infrastruktur. Bestehende Anbieter hatten kaum Anreiz, diese zu modernisieren, weil unabhängige Restaurants für sie wirtschaftlich keine Priorität darstellten. Das Team entwickelte allO daraufhin zu einer POS- und Zahlungsplattform mit integrierter Scan-to-Order-Funktion weiter. 2024 wurde die Plattform auf sämtliche Front- und Back-of-House-Prozesse ausgeweitet.

Heute betreut allO mehr als 1.000 aktive Restaurantstandorte in Deutschland, von inhabergeführten Lokalen bis hin zu regionalen Multi-Location-Konzepten. Seit der Seed-Runde ist die Anzahl der Standorte um das Sechsfache und der Umsatz um das 3,5-Fache gewachsen. Bereits 30 % der Neukunden kommen inzwischen über Empfehlungen. Die Einrichtung dauert bei allO weniger als 30 Minuten, verglichen mit bis zu zwei Wochen bei klassischen Kassensystemen. Betreiber, die ihre Umsätze zuvor über fünf verschiedene Systeme hinweg abgleichen mussten, sehen heute alles zentral in einem Dashboard.

allO startete zunächst im Bereich ethnischer Gastronomie, die rund 70 % aller Restaurants in Deutschland ausmacht und gleichzeitig besonders stark von veralteter Software unterversorgt war. Herkömmliche Systeme wurden nie für mehrsprachige Teams, komplexe Menüs mit zahlreichen Modifikationen, hybride Vor-Ort- und Lieferprozesse oder unterschiedliche Zahlungsgewohnheiten entwickelt. Inzwischen expandiert allO in weitere Gastronomiebereiche mit denselben operativen Herausforderungen: komplexe Abläufe, chronischer Personalmangel und geringe Margen.

„Was mich am meisten beeindruckt hat, ist, wie tief allO Daten und Workflows in unserem gesamten Unternehmen verbindet. Dass Gäste beispielsweise an einem Standort einen Gutschein kaufen und ihn an einem anderen einlösen können, klingt selbstverständlich. Aber nicht einmal große internationale Ketten schaffen das in Deutschland. allO hat es für uns möglich gemacht“, sagt Aslan, Inhaber der Münchner Restaurantgruppe Mozzamo mit vier Standorten.

Digitale Mitarbeitende statt Dashboards

Parallel zur Finanzierung bringt allO heute seinen Reservierungs- und Bestell-Agenten auf den Markt, den ersten von mehr als zehn digitalen Mitarbeitenden, die in den kommenden 12 bis 18 Monaten folgen sollen. Der Voice-Agent beantwortet jeden eingehenden Anruf und überträgt Reservierungen sowie Take-away-Bestellungen direkt in das allO-System.

Als Nächstes auf der Roadmap:

  • Der Inventory Agent, der Bestellungen bei Lieferanten autonom ausführt und den Warenverbrauch überwacht. Aufgaben, die viele unabhängige Restaurants heute aus Zeitmangel gar nicht mehr leisten.

  • Der Menu Agent, der Speisekarten sekundenschnell über alle Kanäle hinweg aktualisiert und gleichzeitig kontinuierlich Margen und Verkaufsperformance optimiert.

„Restaurantbetreiber sind die perfekte Zielgruppe für KI. Sie wollen, dass die Arbeit erledigt wird. Sie wollen keine weitere Software lernen müssen. Die meisten sind nicht technikaffin und sollten es auch nicht sein müssen“, sagt Cancan Liu, Gründerin und CEO von allO. „Dank unserer All-in-One-Plattform können wir digitale Mitarbeitende entwickeln, die Aufgaben eigenständig erledigen, anstatt Restaurantbetreibern beizubringen, welche Buttons sie drücken müssen.“

„Früher arbeiteten wir mit einem alten Kassensystem und einem separaten Küchenmonitor, dazu kamen zwei weitere Tablets für Lieferplattformen. In der Küche liefen mehrere parallele Prozesse gleichzeitig. Mit allO läuft jetzt alles über ein einziges System. Das spart enorm viel Zeit bei der Einarbeitung neuer Mitarbeitender, die Küche arbeitet effizienter und Gäste erleben einen spürbar besseren Service“, sagt Marc Übelherr, Gründer von Kneipe 80 und einer der bekanntesten Gastronomen Deutschlands.

„allO ist genau das System, das ich mir damals als Betreiber bei Momofuku gewünscht hätte: nicht nur ein besseres Kassensystem, sondern ein autonomes Betriebssystem, das das gesamte Restaurantgeschäft transformieren kann. Während die meisten KI-Tools nur einen kleinen Teil der Restaurantdaten sehen, sieht allO alles. Genau das macht wirklich autonome Abläufe möglich. Wir sind überzeugt, dass allO diese Kategorie in Europa und darüber hinaus definieren wird“, sagt Elizabeth Chrystal, Principal bei Zigg Capital.

Mit dem neuen Kapital will allO seine Expansion in Europa vorantreiben und die Einführung seiner KI-gestützten digitalen Mitarbeitenden weiter beschleunigen.

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